11 | Max Blaeulich

„Der leere Kokon fühlte sich an, als hätte ich ein trockenes Blatt zerrieben. Alles kann zerrieben werden, Blätter, Puppen, Menschen, sogar ihre Geschichten. Die am häufigsten.“ So heißt es in Max Blaeulichs neuem Roman „Unbarmherziges Glück“ (Residenz Verlag). Darin erzählt der Autor die Geschichte von Frau Berta, im Rumänien der Zwischenkriegszeit geboren, von den Kriegswirren nach Österreich gespült, ein Leben voll Demütigung, Schmerz und Elend. Max Blaeulich ist ein großer Erzähler. In seiner zwischen 2005 und 2008 erschienen Trilogie „Menschenfresser“ malt er das Panorama eines Jahrhunderts des Schreckens. Vier Weiße machen sich auf nach Uganda. Ihr gemeinsames Interesse gilt dem Wilden, dem Monströsen, dem Afrika der Menschenfresser. Sie betreiben rassenkundliche Forschungen und verschleppen zwei ihrer Diener nach Europa. „Er lässt uns nicht nur in den Spiegel schauen, er sagt uns auch noch, wie hässlich wir sind, wie verkommen, wie fadenscheinig alle Bemäntelungen, wie durchscheinend unser ganzes zivilisatorisches Make-up“, so Günther Eisenhuber über Max Blaeulich.
Blaeulich wurde 1952 in Salzburg geboren. Er absolvierte eine Lehre als Großhandelskaufmann und studierte Germanistik und Kunstgeschichte.  Heute betreibt er ein Antiquariat in Salzburg und ist als Schriftsteller und bildender Künstler tätig. Blaeulichs Arbeit als bildende Künstler und Literat bedingen einander. Seine „Schreibmaschine“, ein mit Bleistiften bestücktes Fahrrad, das elektrisch betrieben Zeichen auf Papier hinterlässt, war im Rupertinum ausgestellt. Und auch dies ist nur ein Beispiel aus dem umfassenden literarischen und bildnerischen Werk von Max Blaeulich, das in all seinen Aspekten die Auseinandersetzung lohnt.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.