07 | Kathrin Röggla

Eine der erfolgreichsten Salzburger Autorinnen haben wir für den Sommer ausgesucht – Kathrin Röggla. Viel Lesefreude bei den „Kleineren Abstrichen“ als E-Book.

Kathrin Röggla ist 1971 in Salzburg geboren, wo sie auch ihr Studium der Germanistik und Publizistik begann, dass sie nach ihrem Umzug nach Berlin dort fortsetzte und „1999 erfolgreich abbrach“ (Kathrin Röggla). Seit ihrem ersten Prosaband „niemand lacht rückwärts“ (1995) „gilt sie als sprachbewusste Autorin, die sich mit Witz und Komik der Alltagsrealität nähert und vorgegebenen Denk- und Sprachmustern ebenso misstraut wie vorgefertigten Lebensläufen“. (Christa Gürtler, KLG) Kathrin Röggla verfasst Romane, Kurzprosa, Hörspiele, Radioarbeiten, seit 2002 auch Theatertexte, uraufgeführt an großen Bühnen. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin gehört zu den erfolgreichsten Salzburger Autorinnen. „Ihr Blick richtet sich auf aktuelle gesellschaftliche Realitäten, ihr Schreiben sieht sie als Möglichkeit des Widerstands, wie in ihrem Roman ,die alarmbereiten‘ (2010), einem literarischen Plädoyer gegen die zunehmende medial erzeugte Katastrophenstimmung.“ (Christa Gürtler, Frauen in Salzburg)

Tage der deutschsprachigen Literatur

Live aus Klagenfurt: Alle Bachmann-Texte

Heute starten die Lesungen der Tage der deutschsprachigen Literatur (Twitter-Hashtag #tddl) und pingeb.org liefert euch als Partner des ORF Kärnten alle Texte wieder alle Texte aufs Handy oder Tablet.

Wir machen das beinahe in Echtzeit. Die Texte der Autorinnen und Autoren müssen bis zur Lesung unveröffentlicht bleiben und auch wir bekommen sie erst mit dem Start der Lesung. Wir bitten daher um Verständnis, wenn die Veröffentlichung erst ein bis zwei Minuten später erfolgen kann.

Noch einfacher lesen

Außerdem wird für das Lesen der Texte keine E-Reader-App mehr benötigt. Du brauchst also nur noch den QR-Code scannen oder das NFC-Handy drauflegen und kannst schon damit loslegen.

Wer dennoch die E-Book-Dateien (Formate: .epub und .mobi) herunterladen will, findet sie unter den Texten. Als E-Book-Apps empfehlen wir euch iBooks für iPhones und iPads sowie den FB Reader unter Android.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Wer sich die URL am Handy als Lesezeichen speichert, braucht nicht immer einen Sticker suchen, um die Texte der neuen Autoren zu lesen.

Im mobilen Safari klickt man unten auf das Buch-Symbol, Chrome verlangt einen Klick auf den Stern im „Burger“-Menü.
Wenn man das Lesezeichen auf den Startbildschirm legt, hat man die Texte mit einem Klick immer griffbereit.

2014-06-30 10.52.36

06 | H. C. Artmann

Wann haben Sie zuletzt H. C. Artmann gelesen? Über die Sticker haben Sie die Möglichkeit, die Gedichte wieder zu entdecken.

 

„Es gibt einen Satz, der unangreifbar ist, nämlich der, daß man dichter sein kann, ohne auch irgendjemals ein Wort geschrieben oder gesprochen zu haben.“ H. C. Artmann (aus Acht-Punkte-Proklamation des poetischen actes)

Die erste Buchveröffentlichung med ana schwoazzn dintn. gedichta aus bradnsee (Otto Müller Verlag Salzburg) machte Artmann 1958 bekannt. Darin entdeckte er die Mundart als künstlerisches Ausdrucksmittel neu. Legendär wurde auch seine 1999 erschienen Asterix-Übertragung ins Wienerische Asterix oes Legionäa. Der Dialekt ist aber nur ein Aspekt von Artmanns umfangreichem Werk. Er schrieb Dramen und Gedichte, beschäftigte sich mit mittelalterlichen Balladen und spanischer Literatur und übersetzte aus vielen verschiedenen Sprachen.
Hans Carl Artmann wurde am 12. Juni 1921 im Wiener Vorort Breitensee als Sohn eines Schuhmachers geboren. Er wurde zur Wehrmacht eingezogen und 1941 verwundet, 1945 kam er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Nach 1945 lebte er in Wien, betätigte sich im Umfeld der Literaturzeitschrift „Neue Wege“ und war Mitbegründer der Wiener Gruppe, von der er sich 1958 distanzierte.
Artmann unternahm ausgedehnte Reisen durch Europa, lebte in Schweden und in Berlin, ab 1972 in Salzburg. In Salzburg war er wesentlich an der Gründung des Literaturhauses Salzburg beteiligt, der Platz vor dem Literaturhaus trägt seinen Namen. In seinen letzten Jahren lebte er aus gesundheitlichen Gründen in Wien. 1972 heiratete er die Dichterin Rosa Pock.
H.C. Artmann erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u. a. 1974 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur und 1997 den Georg-Büchner-Preis.
H.C. Artmann starb am 4. Dezember 2000 in Wien.

05 | Laura Freudenthaler

In ihrem Debüt begegnet Laura Freudenthaler auf originelle Weise dem ewigen Thema von Literatur – der Liebe und den daraus entstehenden Beziehungsgeflechten. „Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten“, dieses Frühjahr im noch jungen Salzburger Verlag Müry Salzmann erschienen, romantisiert allerdings nicht, sondern zeigt in den Erzählungen, die durch die Sprachkraft „gründlich zusammengehalten“ (Radek Knapp, Der Standard 21. 3. 2014) werden, vielmehr die Abgründe.

„Die Paargeschichten sind ein Ausloten. Jede Konstellation soll untersucht und ihre Systematik offengelegt werden – die ganze Brutalität, derer Paarbeziehungen fähig sind. Denn die Unfähigkeit, es zu zweit miteinander auszuhalten, hat etwas mit einer Gesellschaft zu tun, die unfähig ist, einander gelten zu lassen.“ Laura Freudenthaler

Laura Freudenthaler ist 1984 in Salzburg geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Gender Studies in Salzburg und Wien, lebt heute als Übersetzerin und Autorin in Wien.

Am 22. Mai 2014 liest Laura Freudenthaler beim 7. Literaturfest Salzburg aus ihrem Debüt in der Galerie 5020, Residenzplatz 10, um 12.30. Eintritt frei, Imbiss und Getränk.

04 | Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß, „einer der größten Stilisten der Gegenwartsliteratur“ (Günther Kaindlstorfer), ist der Salzburger Autor, der von dieser Stadt aus das unbekannte Europa bereist und in seinen Bücher vieles vor dem Vergessen und Verschwinden bewahrt. Karl-Markus Gauß richtet in seinen Journalen, Reisebüchern und Erzählungen den Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse, die wir oft lieber verdrängen. Engagement und Parteinahme prägen sein Schreiben, auch seine Essays, Kolumnen und Kritiken. Er ist seit 1991 Herausgeber der Literaturzeitschrift „Literatur und Kritik“ im Otto Müller Verlag, in dem im Frühjahr 2014 unter dem Titel „Lob der Sprache, Glück des Schreibens“ eine Sammlung von pointierten Glossen, eleganten Essays, kulturkritischen Polemiken und selbstironischen Erzählungen erschienen ist.

Der Reisetätigkeit und den daraus entstandenen Büchern, oft in Zusammenarbeit mit dem Freund und Fotografen Kurt Kaindl, ist im Literaturarchiv Salzburg, Residenzplatz 9/2 (Zugang über Kapitelgasse 5 –7) die Ausstellung „Ins unentdeckte Europa. Karl-Markus Gauß und seine Reisebücher“ aus Anlass seines 60. Geburtstags gewidmet (24. April – 23. Mai 2014).

Zuletzt hat sich Karl-Markus Gauß schreibend seiner Salzburger Kindheit in dem Buch „Das erste, was ich sah“ (Zsolnay Verlag, 2013) erinnert.

03 | Ludwig Laher

„Natürlich ist er es.
Natürlich ist er es nicht.“

Ludwig Laher, Bitter

Mit „Bitter“ (Wallstein Verlag, 2014) – hier ein Auszug als E-Book erhältlich – hat Ludwig Laher nach „Herzfleischentartung“ (Haymon Verlag, 2001) wieder einen hochpolitischen, gut recherchierten Dokumentarroman über die Zeit des Nationalsozialismus geschrieben. Die Geschichte des österreichischen Kriegsverbrechers Fritz Bitter (Name geändert) wurde an den Schriftsteller herangetragen. Ludwig Laher erzählt die Familiengeschichte Fritz Bitters, beschreibt seinen politischen Aufstieg bis zum Gestapo-Chef in Wiener Neustadt, Charkow (Ukraine) und Verona und seine Kriegsverbrechen, zeigt aber auch, wie Fritz Bitter nach dem Krieg durch strategisches Agieren, viele Zufälle und systematisches Wegschauen der Behörden einer angemessenen Strafe entgeht. „Das Buch ist auch in gewissem Sinne ein nachgetragener Prozess.“ konstatiertLaher_lesung_2014 Thorsten Ahrend vom Wallstein Verlag bei der Buchpräsentation bei der Leselampe im März 2014.

Ludwig Laher, 1955 in Linz geboren, studierte Germanistik, Anglistik und Klassische Philologie, arbeitete als Lehrer und ist seit 1998 ausschließlich als freier Schriftsteller tätig. Er lebt in St. Pantaleon und Wien. Die kritische Beschäftigung mit zeitgeschichtlichen Themen ist ein Grundmotiv seines Schreibens. Ludwig Laher wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Robert-Musil-Stipendium und dem Kulturpreis des Landes Oberösterreich.

Am 23. Mai 2014 um 12.30 Uhr liest Ludwig Laher beim Literaturfest Salzburg / www.literaturfest-salzburg.at im Hotel Auersperg.

Weitere Lesungstermine unter www.ludwig-laher.com

02 | Renate Aichinger

auslassen
vielleicht muss man nicht immer alles sagen
vielleicht reicht weniger
vielleicht reicht

… so ein Gedicht von Renate Aichinger,
Rauriser Förderungspreisträgerin 2014

Renate Aichinger hat aber doch einiges zu sagen. 2012 veröffentlicht sie nach mehreren Aufführungen ihrer Theaterstücke in Zürich, Wien und Salzburg ihren ersten Erzählband „WELT.ALL.TAG“ (edition laurin). Mit dem Text „amaurose“ zum Thema „Zeitgeist“ gewinnt sie 2014 den Rauriser Förderungspreis. „Ausgehend von einem Trauerfall werden traditionelle literarische Topoi wie Vergänglichkeit und Generationenkonflikte sowie gesellschaftskritische Inhalte verhandelt, doch geschieht dies mit Hilfe einer Sprachgebung, die diese assoziativ gestaltete Innensicht eindeutig in der heutigen Welt verankert.“ (Jurybegründung Alexandra Millner, Clemens Peck, Marialuise Thurner)

Renate Aichinger über ihr Schreiben: „Ich liebe es, von und über Menschen zu erzählen – manchmal, indem ich in die Tasten meines Laptops klopfe (besonders gern im Café),  manchmal, indem ich ihre Geschichten auf der Bühne ins richtige Scheinwerferlicht rücke.“
1976 in Salzburg geboren, hat Renate Aichinger Theaterwissenschaften studiert, arbeitet zur Zeit für die Junge Burg in Wien und das Landestheater St. Pölten.

Aktuell: Eine Lesung von Renate Aichinger findet am Donnerstag, 27. März 2014 beim Platzwirt in Rauris nach der Laudatio von Alexandra Millner statt: Rauriser Literaturtage 26. – 30. 3. 2014 zum Thema Kapital.Gesellschaft mit der Salzburger Autorin Kathrin Röggla und mit Sabine Gruber, Robert Menasse, Josef Winkler und vielen anderen in Lesungen, Gesprächen und Diskussionen.

Mehr dazu finden Sie in SALZ 155 | Zeitschrift für Literatur – Kapital.Gesellschaft | Rauriser Literaturtage 2014.

01 | Georg Trakl

Layout 1

Georg Trakl (* Salzburg 3. 2. 1887, † Krakau 3. 11. 1914)

Georg Trakl verbrachte den Großteil seines kurzen Lebens in der Stadt, die seine lyrische Bild- und Sprachwelt formte, auch wenn er ein kritisches Verhältnis zu Salzburg hatte. Er zählt mit seinem schmalen Werk zu den bedeutendsten Dichtern der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts, seine Lyrik hat bis heute Einfluss auf Autorinnen und Autoren.

Bis zu seinem 21. Lebensjahr lebte er in Salzburg. Auch später kam er immer wieder für unterschiedlich lange Aufenthalte hierher zurück. Prägende Erfahrungen der Kindheit und Jugend sind daher mit Orten in dieser Stadt verbunden und haben ihren Niederschlag in seinen Gedichten gefunden. (Siehe die neun Gedichttafeln in Salzburg „Georg Trakl – die ,Salzburger‘ Gedichte“.)

Geboren ist Georg Trakl im sogenannten „Schaffnerhaus“ (Waagplatz 1a, Sitz der Georg-Trakl-Forschungs- und Gedenkstätte). 1893 kaufte der Vater das Haus gegenüber am Mozartplatz (ehem. Café Glockenspiel) und eröffnete dort eine Eisenhandlung. In der weitläufigen Wohnung verbrachte Georg Trakl mit fünf Geschwistern seine späte Kindheit und Jugendzeit. Volksschule und Staatsgymnasium lagen in der Nähe am Universitätsplatz. Trakl war kein guter Schüler, nach der 7. Klasse Gymnasium brach er die Schule ab und begann eine dreijährige Praxis in der Apotheke „Zum weißen Engel“ in der Linzergasse.

1908 – 1910 studierte Georg Trakl Pharmazie in Wien, 1911 absolvierte er dort seinen Militärdienst, 1912 wechselte er zum Probedienst als Militärapotheker in das Innsbrucker Garnisonsspital.

Am 24. August 1914 ging er als Medikamentenakzessist mit einer Innsbrucker Sanitätskolonne in den Krieg nach Galizien. Nach der Schlacht bei Grodek unternahm er einen Selbstmordversuch und wurde in der Psychiatrischen Abteilung des Krakauer Garnisonsspitals unter Beobachtung gestellt. Dort starb Georg Trakl am 3. November 1914 an den Folgen einer Überdosis Kokain an Herzlähmung.

Georg-Trakl-Forschungs- und Gedenkstätte
Montag – Freitag (werktags): 14 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung (Tel.: +43 662/ 845 346) nur mit Führung!